Berufsschullehrer Alexander Sedlmaier kniet auf einem Miniaturdach aus Holz und hält einen Sparrennagel in die Kamera, sein Kollege Andreas Schillinger filmt ihn – so sieht Homeschooling für die BGJ-Zimmerer/Zimmerinnen an der Berufsschule Traunstein aus. Vor kurzem stand das Thema „Sturmsicherung am Dach“ auf dem Lehrplan.
Für den 22-jährigen Gesellen Peter Knauer war klar: Er möchte im Zimmererhandwerk bleiben, aber: „Ich will in meinem Beruf noch weiterkommen.“ Deshalb hat er sich für eine Fortbildung zum „Vorarbeiter Holzbau und Bauen im Bestand“ entschieden, diese fand erstmals im Homeoffice statt.
Wären es normale Zeiten, würden Teamleitung und Trainer der Zimmerer-Nationalmannschaft aktuell das Team neu aufstellen. Aber coronabedingt ist noch nicht entschieden, welche Teilnehmer aus dem Zimmerer Contest und welche Landessieger von 2020 in die Mannschaft aufgenommen werden. Sobald es die Situation zulässt, werden die Sichtungstrainings stattfinden. Was jedoch feststeht, ist der WM-Kandidat bei den WorldSkills 2022 in Schanghai: Zimmerergeselle Philipp Kaiser!
In den Weihnachtsferien hat der angehende Zimmerer Maxi Kirr sein Wissen aus dem Berufsgrundschuljahr bereits angewandt: „Gemeinsam mit meinem Bruder und meinem Papa habe ich eine Futterraufe aus Holz für unsere Schafe gebaut", erzählt der 16-Jährige aus Pittenhart (Landkreis Traunstein) und: „Dafür habe ich zum Beispiel die Zapfenverbindungen gebraucht, die wir im BGJ gelernt haben.“
Die angehende Zimmerin Christina Hartl (17) vermisst den Praxisunterricht im Berufsgrundschuljahr. Denn seit Mitte November sitzt sie im Homeoffice. Deshalb übt sie zuhause in Palling (Landkreis Traunstein) die Zimmerer-Praxis: Vor kurzem hat sie mit ihrer Schwester und Vater Ludwig Hartl, selbst Zimmermeister, einen Anbau aus Holz errichtet.
Seit über vier Wochen ist das Überbetriebliche Bildungszentrum (ÜBA) der Bau-Innung München-Ebersberg geschlossen. Im Interview erklären der Leiter der Bildungsstätte Sebastian Posselt sowie Ausbilder und Zimmermeister Wolfgang Weigl, inwiefern sie Verständnis für die Schließung haben.
Ein Vierteljahrhundert arbeitete Markus Andres als selbstständiger Messebauer – doch dann kamen die Corona-Pandemie und damit Existenzängste. Deshalb startete der 50-Jährige im vergangenen September eine Zimmerer-Ausbildung beim Innungsbetrieb Zimmerei Leopold Göring in Starnberg. Andres sagt: „Das Zimmererhandwerk hat mir die Haut gerettet.“
Normalerweise verbringen BGJ-Zimmerer/Zimmerinnen viel Zeit in der Werkstatthalle. Coronabedingt war in den vergangenen Wochen allerdings Distanzunterricht angesagt. Im Interview erzählt Fachlehrer Markus Rösch von den Beruflichen Schulen Altötting, wie der Schulalltag für BGJ-Azubis aussah und, warum das Berufsgrundschuljahr unersetzlich ist.
Der Distanzunterricht hat Vor- und Nachteile, sagt Dieter Schmidt, er ist Fachgruppenbetreuer Holztechnik an der Josef-Greising-Schule in Würzburg. Im Interview erklärt er, wie der Schulalltag für BGJ-Zimmerer aktuell aussieht und, warum das Berufsgrundschuljahr unersetzlich ist.
Aktuell ist an der Berufsschule Bayreuth coronabedingt Homeschooling angesagt, die Azubis sitzen also zuhause vor dem PC und werden unterrichtet. Oberstudienrat Daniel Redwitz erklärt im Interview, wie das läuft und, warum das Berufsgrundschuljahr (BGJ) so wichtig ist.